Die 1878 in Irland geborene Eileen Kathleen Moray Gray studierte ab 1898 Malerei in London, bis sie 1902 ihren Lebensmittelpunkt nach Paris verlegte, um dort Zeichnen zu studieren. Ihr bereits in London erworbenes Wissen und Können im Bereich der Lackkunst baute sie in Paris weiter aus. 1913 stellte Eileen Gray ihre Lackarbeiten im Salon des Artistes Décorateurs aus, worauf sie ihre ersten Aufträge von Jacques Doucet bekam. Ihren ersten großen Auftrag bekam Eileen Gray 1919, als Madame Mathieu-Lévy der Künstlerin die Gestaltung ihrer Wohnung auftrug. In diesem Zusammenhang entstanden die Block Paravents, die bereits die typischen Charakteristika des Grayschen Designs - Leichtigkeit und Transparenz - aufwiesen. Nur drei Jahre später, 1922, eröffnete Eileen Gray ihr eigenes Geschäft mit dem Namen Jean Désert in einem exklusiven Stadtteil von Paris. Durch Ausstellungen in Amsterdam und Paris erlangte die Künstlerin immer größeres Ansehen. So erschien 1924 eine Sonderausgabe der niederländischen Zeitschrift "Wendingen" über Eileen Gray und ihr Werk. Gemeinsam mit Jean Badovici baute und gestaltete sie von 1926 bis 1929 dessen Haus in Frankreich, das den Namen "E-1027" erhielt. Eileen Gray entwarf den Großteil des Interieurs für dieses Haus. Kurze Zeit später kreierte und baute sie ihr eigenes Haus, dass nach dem Sprichwort "Mit Zeit und Stroh reifen die Feigen" den Namen "Tempe a Pailla" erhielt. Die beiden Häuser wiesen architektonisch große Ähnlichkeiten auf: neben einer klaren Linienführung, finden sich flache, vorgezogene Dächer, einfache Stützpfeiler und Stahlrohrgeländer, Terrassen, lange, mit Jalousien behängte Fenster und große Panoramafenster. Inspiriert durch diese Arbeiten, verfolgte Eileen Gray einen Stil, der Kompaktheit und Verwandlungsfähigkeit bei Raum- und Materialersparnis als besonderes Kennzeichen trug. Ihr Werk ist durch eine zurückhaltende Transparenz gekennzeichnet. Ihre minimalistischen Möbelstücke sind von zeitloser Ästhetik und zeichnen sich durch Zweckmäßigkeit aus. So zum Beispiel der "S"-Stuhl mit seinem durchhängenden Bezug aus Segeltuch, der sich auf die Hälfte seiner Größe zusammenfalten und dadurch platzsparend unterbringen ließ. Auch der Tisch mit einer rechteckigen Holzplatte auf einem perforierten Metallrahmen, der durch nur einen Handgriff auf die Höhe eines Kaffeetischs gebracht werden konnte, drückt den minimalistischen Standpunkt der Künstlerin aus. Bauhaus Design by Eileen Gray.