Im Jahr 1891 wird René Herbst in Paris geboren.
Nach einem 1908 beginnenden Architekturstudium in London und Frankfurt begibt sich René Herbst zu Weiterbildungszwecken auf eine Reise durch Russland und Italien, bis er 1919 nach Paris zurück kehrt. Dort arbeitet René Herbst als Möbeldesigner und Innenausstatter und gründet seine eigene Produktionsfirma, die er "Etablissements René Herbst" nennt. Durch die Firmengründung ist es ihm möglich die Entwürfe der aufwendigen und teuren Möbelstücke seinen Wünschen und Vorstellungen entsprechend umzusetzen. René Herbst präsentiert seine Arbeiten auf diversen Ausstellungen und entwirft unter anderem auch Ausstellungsgegenstände für die im Jahr 1925 stattfindende "Exposition Internationale des Arts Décoratifs et Industriels Modernes".
1927 entwirft René Herbst mit dem "Chaise Sandows" ein Sitzmöbel, das sich als "Spaghetti-Stuhl" einen Namen unter den Möbelklassikern sichert.
Der "Chaise Sandows" besteht aus einem vernickelten Stahlrohrrahmen dessen Sitz- und Rückenlehne aus gespannten Gummibändern gebildet werden, indem mit Haken die Enden der Gummibänder in den Stuhlrahmen eingehängt werden.
Erstmals ausgestellt würde der "Chaise Sandows" von René Herbst 1929 im Salon d'Autumn.
Die Affinität zu dem Möbelmaterial Stahlrohr, mit dem Herbst gerne Experimentiert, bringt ihm den Spitznamen "l'homme d'acier", zu deutsch "der Mann aus Eisen", ein. Es wird behauptet, dass diese Bezeichnung auch auf René Herbst unbeugsamen Charakter anspielt.
Neben Le Corbusier, Francis Jourdain und anderen Designern gehört René Herbst zu den Gründungsmitgliedern der UAM, der Union des Artistes Modernes. Diese Vereinigung funktioneller Möbeldesigner veranstaltet in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts regelmäßig Ausstellungen der nützlichen Formen "Les Formes Utiles", um dem übermäßigen Gebrauch von Dekorationen und Ornamenten der Art déco entgegen zu wirken.
1945 wird René Herbst gewählter Vorsitzender der UAM.
Im Laufe seines Lebens wird Herbst vielfach Ausgezeichnet.
Die größte Ehre wird ihm 1935 zu Teil, als er zum Ritter der Ehrenlegion (Abteilung für Bildende Künste) ernannt wird.
Eine der interessantesten und ausnehmenden Arbeiten, die Herbst Zeit seines Lebens ausführt, ist der Entwurf des Mobiliars der Fürstin Aga Kahn.
Ihm wird bei dieser Auftragsarbeit die Freiheit gelassen sich voll zu entfalten und seinen Vorstellungen entsprechend zu Arbeiten. Das ermöglicht René Herbst zu zeigen, was er unter dem Begriff "Qualität" versteht.
Herbst lebt im engen Kontakt zu seinen Freunden bis zu seinem Tod 1982 zurückgezogen in Paris.
Bauhaus Design by Rene Herbst.