Wilhelm Wagenfeld, wurde am 15. April 1900 in Bremen geboren. In einer Silberwarenfabrik in Bremen begann seine Ausbildung in einem Zeichenbüro, während er gleichzeitig die Kunstgewerbeschule und anschließend die Zeichenakademie in Hanau besuchte. Später kam Wilhelm Wagenfeld zum Bauhaus in Weimar und machte dort in der Metallwerkstatt unter der Leitung von Moholy-Nagy seine Gesellenprüfung. Ab 1930 arbeitete er als freiberuflicher Entwerfer in einer Schmuckfabrik in Jena und 1935 übernahm er die künstlerische Leitung der Lausitzer Glaswerke.
1946, nach dem Kriegsdienst und seiner Kriegsgefangenschaft wurde Wilhelm Wagenfeld an die Werkakademie Dresden berufen, 1947 an die Leiziger Akademie in Berlin. Danach lehrte er an der Berliner Hochschule für Bildende Künste "Industrielle Formgebung".
Wilhelm Wagenfeld hat insbesondere mit Glas, Porzellan und Metall gearbeitet. Von Gebrauchsglas über Vasen und Lampen, Geschirr, bis hin zu Leuchter und Türdrücker. Sehr bekannt sind die Wagenfeld Tischlampen WA24 und WG24 aus dem Jahr 1924, mit ihren fast halbkugeligen opalüberfangenen Glasschirmen, ihren Metalleinfassungen und den gläsernen Fußsäulen. Daneben entwarf er das Salz- und Pfefferstreuer Duo Max und Moritz und die Knickflasche für Füllhaltertinte. Die er selbst zu seinen eigenen Favoriten zählte. Seine Entwürfe zeichneten sich durch ihre Einfachheit aus und er wurde zu seiner Zeit der bedeutenste Industriedesigner für zweckmäßige und schöne Haushaltsgegenstände. Er entwarf unter anderem auch für die Porzellanfabriken Rosenthal, Hengstenberg, Fürstenberg und die Voss-Werke.
Für seine Entwürfe bekam Wilhelm Wagenfeld zahlreiche Auszeichnungen: 1937 die Goldmedaille auf der Weltausstellung Paris, 1940 und 1957 den Grand Prix der Triennale Mailand, 1965 die Ehrenmitgliedschaft an der Akademie der Bildenden Künste in Berlin, 1968 die Heinrich Tessenow Medaille und unter anderem den den Bundespreis für "gute Form" 1969 und 1982.
Die Wilhelm Wagenfeld Stiftung in Bremen betreut heute den Nachlass des renommierten Designers, der am 29.Mai 1990 in Stuttgart verstarb und informiert über sein Leben und Schaffen in einer umfangreichen Ausstellung mit zahlreichen Objekten. Bauhaus Design by Wilhelm Wagenfeld.